Basel Nazifrei: Bisherige Prozessurteile

Die Prozesse starteten am 7. Juli 2020. Seither müssen sich jeden Monat 1 bis 3 Personen einzeln vor dem Strafgericht in Basel verteidigen. Die Verhandlungen dauern meistens einen halben Tag, die Urteilsverkündungen folgen am Nachmittag oder am Morgen darauf. Im Zentrum der Anklage steht die Teilnahme an einer unbewilligten Demo und Landfriedensbruch.

An diesen Tagen geht es für die Angeklagten grösstenteils um Haftstrafen, also um nichts weniger als ihre Zukunft.

Aber es geht nicht nur um engagierte Einzelpersonen, welche durch harte Urteile abgestraft und diszipliniert werden sollen. Diese Prozesse treffen exemplarisch einzelne – gemeint sind aber alle, welche aktiv und selbstbestimmt gegen Rechtsextremismus einstehen. Die Message der Justiz ist klar: Zivilcourage darf in Basel nur in erlaubten und behördlich "bewilligten" Bahnen stattfinden.

«Passive Gewalt und Drohung» - Türöffner für Justizwilllkür

Bei allen Betroffenen werden die Anklagepunkte «Landfriedensbruch» und «Teilnahme an nicht bewilligter Demonstration» aufgeführt. Diese hatten in allen bisherigen Prozessen zur Folge, dass die Angeklagten in einem von diesen beiden Punkten schuldig gesprochen wurden – denn die Basel Nazifrei-Demonstration war nicht bewilligt. Was aber definitiv nichts über ihre Legitimation aussagt! Ein Schuldspruch, auch wenn er nur in diesem einen essentiellen Punkt ist, zieht die Folge nach sich, dass die Prozesskosten zulasten der Angeklagten gehen. Aussergewöhnlich ist der Anklagepunkt «passive Gewalt und Drohung», welche keine aktive Gewalttätigkeit beeinhaltet, aber suggeriert, dass durch blosse Anwesenheit am Anlass die «gewalttätige und agressive Stimmung» vor Ort unterstützt wird. Ein total schwammiger Begriff, welcher Justizwilllkür Tür und Tor öffnet! In Kombination mit «Landfriedensbruch» ist «passive Gewalt und Drohung» eine einmalige Konstellation in Antrag und Verurteilung und setzt neue Massstäbe in Härte gegen politische Aktivistinnen und Aktivisten.

Der Vollständigkeit halber führen wir hier auch die anderen Anklagepunkte an, welche in Strafanträgen der Staatsanwaltschaft und Urteilen des Gerichtes in wechselnden Konstellationen vorkommen:

Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, Passive Teilnahme an mehrfach qualifizierter Gewalt und Drohung gegen Beamte, Verstoss gegen das Vermummungsverbot, einfache/mehrfache versuchte qualifizierte Körperverletzung, einfache/mehrfache versuchte qualifizierte Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand, Verstoss gegen das Waffengesetz, einfache/mehrfache Nötigung

Wir müssen aber an dieser Stelle betonen, dass diese Punkte in Relation gelesen werden müssen: Was tatsächlich an diesem Tag in Basel passiert ist, steht in keinem Verhältnis zum Ausmass der Strafanträge und Urteile (siehe auch WOZ: «Reinballern und Einsammeln»). Die Basler Justiz will harte Exempel gegen engagierte Antifaschistinnen und Antifaschisten platzieren. Das Machtgehabe und die Drohkulisse der Justiz erscheint von A bis Z politisch gefärbt. Wir halten dagegen und bekräftigen:

Der 24.11.2020 ist als Erfolg der antifaschistischen Bewegung zu werten! Zivilcourage ist wertvoll.

Zusammenfassung der Prozesse zu «Basel Nazifrei»

Nachfolgend die Zusammenfassungen der einzelnen Prozesse. Die Zusammenstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie versteht sich als eine Übersicht zu den Forderungen, Urteilen, sowie erwähnenswerten Auffälligkeiten und wird laufend ergänzt.

Die Kosten sind erst ansatzweise erfasst, da verschiedene Angaben noch fehlen (z.B. Anwaltskosten) oder Kosten unbekannt sind, beispielsweise weil das Urteil weitergezogen wird (mehr Infos zu den Kosten).

Die anstehenden Prozesse der nächsten Monate befinden sich ganz unten im Anschluss.

Nächste Prozesstermine

Der vierundzwanzigste Prozess: Montag 08. Februar 2021 Einzelgericht unter Roland Strauss (Update folgt!).

Bisherige Prozessurteile

25. Prozesstag

Der fünfundzwanzigste Prozess fand am Donnerstag 18.3. am Dreiergericht statt. Die Staatsanwaltschaft forderte 19Monate bedingte Freiheitsstrafe.

Das Urteil: Die Forderung der Staatsanwaltschaft wurde vom Gericht erheblich reduziert, auf 7 Monate Haftstrafe auf 2 Jahre Bewährungszeit. Strafmildernd haben sich Geständnis und Reue ausgewirkt: "Es war meine erste und letzte Demo", so der Angeklagte. Zudem konnte ihm ein vorsätzliches und geplantes Handeln nicht nachgewiesen werden.

Die Kosten: Nicht bekannt.

24. Prozesstag

Der vierundzwanzigste Prozess fand am Montag, 8.2. statt. Am Dreiergericht unter Sarah Cruz-Wenger. Die Staatsanwaltschaft forderte 9 Monate Haftstrafe auf 2 Jahre Bewährungszeit.

Das Urteil: Das Gericht reduzierte die Haftstrafe auf 7 Monate, verlängerte jedoch die Bewährungszeit auf 3 Jahre.

Die Kosten: Es fallen bis jetzt Verfahrenskosten von 2531.15Fr. an. Die Urteilsgebühr beläuft sich auf 5400Fr.

23. Prozesstag

Der dreiundzwanzigste Prozess fand ebenfalls am Freitag 29. Januar 2021 statt. Diesmal vor Einzelgericht mit Richter Roland Strauss. Zu Forderung der Staatsanwaltschaft ist uns bisher nichts bekannt.

Das Urteil: 7 Monate Haftstrafe auf 2 Jahre Bewährung. Der Angeklagte war laut Richter "geständig und einsichtig".

Die Kosten: Bisher unbekannt.

22. Prozesstag

Der zweiundzwanzigste Prozess fand am Freitag 29. Januar 2021 am Dreiergericht unter Richter Lucius Hagemann statt. Gefordert wurden von der Staatsanwaltschaft 10Monate auf Bewährung.

Das Urteil: Erneut gab es einen Freispruch vom Anklagepunkt "Landfriedensbruch". Lediglich für die "unbewilligte Demo" gab es einen Schuldspruch und eine Busse. Die Argumentation der Staatsanwaltschaft war fürs Gericht "nicht nachvollziehbar".

Die Kosten: 200Fr. für die unbewilligte Demo, 200Fr. Verfahrenskosten.

21. Prozesstag

Der einundzwanzigste Prozess vom Mittwoch 20. Januar 2021 am Dreiergericht, wurde von Richter Marc Oser geleitet. Der im Vorfeld befürchtet Antrag der Staatsanwaltschaft auf Landesverweis blieb glücklicherweise aus. Gefordert wurde von Camillo Cabrera jedoch 12Monate und 10Tage Bewährungsstrafe.

Das Urteil: Kaum zu glauben aber wahr... Das vom SVP-Oser geleitete Gericht sprach einen Freispruch aus! Lediglich bei der "Teilnahme an unbewilligter Demo" wurde der Angeklagte verurteilt. Es wird auf jedenfall versucht, Erkenntnisse aus diesem Verfahren mitzunehmen um weitere Erfolgsmomente vor dem Gericht zu erlangen.

Die Kosten: 300Fr. Busse abzüglich einen Tag in Haft. Daher beläuft sich die Busse auf 200Fr.

20. Prozesstag

Der zwanzigste Prozess fand am Montag 18. Januar 2021 unter Richter Dominik Kiener statt. Vor dem Dreiergericht forderte die Staatsanwaltschaft 13 Monate Haftstrafe, bedingt auf 3 Jahre.

Das Urteil: Urteilsverkündung verschoben auf 5.2.

Die Kosten: Bisher unbekannt.

Die Staatsanwaltschaft fordert 13 Monate bedingte Haftstrafe für eine Person, welche an der damaligen Anti-Pnos-Demo ein Banner hielt. Staatsanwalt Cabrera verglich die Baselnazifrei-Demonstration mit einer Diktatur, fand den Gummischrot-Einsatz völlig gerechtfertigt und warnte vor der Antifa, welche die "Stadt in Schutt und Asche" legen wolle. Die Verhandlung dauerte bis am Nachmittag, da die Verteidigung detailliert darlegte, wie die Anklage und die bisherigen Urteile das Versammlungsrecht massiv unterlaufen.

Die Urteilsverkündung folgt noch.

Folgende Prozesserklärung wurde im Gericht vom Angeklagten vorgelesen.

19. Prozesstag

Der neunzehnte Prozess fand am Donnerstag 14. Januar 2021 am Dreiergericht statt. Richter: Dominik Kiener. Camillo Cabrera forderte 14.5 Haftmonate auf 3 Jahre Bewährung.

Das Urteil: Die Haftstrafe wurde vom Gericht etwas reduziert: 8 Monate Haft auf 3 Jahre Bewährung.

Kosten: bisher unbekannt

Folgende Rede wurde von den zwei im #baselnazifrei Verfahren angeklagten Antifaschistinnen geschrieben und am diesem Tag vor dem Gericht verlesen.

18. Prozesstag

Der achtzehnte Prozess fand am Dienstag 12. Januar 2021 unter Richterin Katharina Giovannone statt. Wiederum am Dreiergericht. Die Forderung der Staatsanwaltschaft diesmal: 20 Monate Haft, davon 10 Monate Haft auf 5 Jahre Bewährung. Die anderen 10 Monate unbedingt.

Das Urteil: 11 Monate Haft auf 3 Jahre Bewährung.

Kosten: bisher unbekannt.


17. Prozesstag

Der siebzehnte Prozess fand am Freitag 8. Januar 2021 am Dreiergericht unter Richter Marc Oser statt. Wieder forderte die Staatsanwaltschaft eine teilbedingte Strafe. Die teilbedingten Forderungen scheinen eine neue Strategie von Camillo Cabrera zu sein um zumindest ein Teil der geforderten Haftzeit in unbedingter Form durchzudrücken. Er forderte diesmal 20 Monate teilbedingt (6 Monate unbedingt, 14 Monate bedingt).

Das Urteil: 15 Monate bedingte Haftstrafe, auf 3 Jahre Bewährungszeit.

Die Kosten: Bisher unbekannt.


16. Prozesstag

Der sechzehnte Prozess fand am Mittwoch 6. Januar 2021 unter Richter Dominik Kiener statt. Ebenfalls am Dreiergericht. Staatsanwalt Camillo Cabrera forderte erstmals eine teilbedingte Strafe. Er wollte 20Monate Haft, davon 6Monate unbedingt und 14Monate auf Bewährung.

Das Urteil: Das Urteil fiel etwas milder aus, als von der Staatsanwaltschaft eingefordert. Der Angeklagte wurde schlussendlich zu 15Monate bedingter Haft verurteilt. Wiederum auffällig ist aber die lange Bewährungszeit von 4Jahren. Ob die Staatsanwaltschaft sich mit dem Urteil zufrieden gibt oder es ans Appellationsgericht weiterzieht, ist bis jetzt noch nicht bekannt.

Die Kosten: Unbekannt.

15. Prozesstag

Der fünfzehnte Prozess fand am Dienstag 22. Dezember unter Richter Lucius Hagemann statt.

Staatsanwalt Cabrera forderte 11.5 Monate Haft auf 2 Jahre Bewährung und eine Busse von 300.-.

Die Verteidigung versuchte schon vor der Verhandlung mehrmals auf die fehlende Übereinstimmigkeit der Identität der gesuchten Person hinzuweisen. Die Fotos und Videos der Beweismaterialien zeigen nämlich eine andere Person, als das die StaWa angeklagt hatte. Alle Anträge wurden vom Gericht abgelehnt, woraufhin StaWa Camillo Cabrera dem Angeklagten auch noch die amtliche Verteidigung entzog. Nach erfolgreicher Beschwerde und einen positiven Entscheid des Appelationsgericht, musste der Angeklagte schliesslich nicht alleine vor Gericht erscheinen. Nichtsdestotrotz hielt das Gericht weiterhin daran fest, dass es sich auf den Videos um den Angeklagten handelt. Mit Hilfe seines persönlichen Mobiltelefon (!) fotografierte der Richter im Gerichtssaal von seinem Stuhl aus den Angeklagten und kam nach 30min Verhandlungszeit zum Schluss, dass keine Verwechslung vor liege. Begründung: Der Nachrichtendienst habe ja bestätigt, dass es sich um den Angeklagten handelt. Interessanterweise konnte weder jemand vom Nachrichtendienst vor Gericht befragt werde, noch wurden die Methoden, wie die Person erkannt wurde, offen gelegt.

Das Urteil: 7 Monate Freiheitsstrafe und eine Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu 30 CHF, beides unter bedingtem Strafvollzug unter eine Probezeit von 2 Jahren, sowie eine Busse von 200.-

Die Kosten: bis jetzt: Verfahrenskosten von 4'262.90.- und Anwaltskosten von 5'583.35.-

Insgesamt ca. 10'000.-

Der Angeklagte bezog trotzdem eine klare politische Stellung, solidarisierte sich mit der ganzen antifaschistischen Bewegung und las folgende Erklärung im Gerichtsaal vor: https://www.facebook.com/BNFbuendnis/posts/1256227558096964

14. Prozesstag

Der vierzehnte Prozess fand am 23. November unter Richter Roland Strauss statt.

Der Betroffene wurde an der "Basel Nazifrei"-Demo vom 24.November 2018 von Gummischrot am Auge schwer verletzt. Die von ihm daraufhin eingereichte Anzeige bei der Polizei ist noch hängig. Im Gegenzug wurde der Geschädigte aber mit Strafanträgen der Staatsanwaltschaft eingedeckt. Diese behauptete am Prozess in dreister Manier, dass sich der Geschädigte die Augenverletzung auch selbst mit einer Fahnenstange hätte zufügen können, oder dass sie "von einer Schlägerei" stammt. Die Staatsanwaltschaft forderte 14 Monate Haft auf 4 Jahre Bewährungszeit.

Das Urteil: Geldstrafe von 150 Tagessätzen a 80Fr., auf 3 Jahre Bewährungszeit. Zusätzlich kommt eine Busse von 200Fr.. Die Augenverletzung wirkte sich schlussendlich strafmildernd aus. Selbst das Gericht hielt es für "abwegig", dass die Verletzung selbst zugefügt worden sei. Es sei eindeutig Gummischrot als Verletzungsursache zu erkennen.

Die Kosten: Neben der Strafe fallen Verfahrenskosten und Urteilsgebühren von 8725Fr. an

13. Prozesstag

Der dreizehnte Prozess fand am 17. November 2020 unter Richter Dominik Kiener statt.

Erneut wurde das Dreiergericht bemüht. Staatsanwalt Cabrera forderte 14 Monate Haft auf 5 Jahre Bewährung.

Das Urteil: Wiederum stufte das Gericht die Angelegenheit minimal milder ein als die Staatsanwaltschaft. Es resultierte eine bedingte Haftstrafe von 8 Monaten auf 4 Jahre Bewährung. Auffällig ist die lange Bewährungszeit, welche den Beschuldigten wohl von politischer Meinungsäusserung auf der Strasse abhalten soll. Das gröbste "Vergehen" welches ihm vor Gericht zur Last gelegt wurde, ist das Tragen eines Megaphons und das Rufen von Parolen gegen die demonstrierenden Nazis.

Die Kosten: bis jetzt 15'278.50.-

5278.50.- Verfahrenskosten. Urteilsgebühr: 4000.- (Bei Verzicht auf Berufung/Ausfertigung schriftliche Urteilsbegründung: 2500.-), und 6000.- kostet der Anwalt.

Prozesserklärung des Angeklagten: Facebook-Post von «Basel Nazifrei»: Erklärung vor Gericht

12. Prozesstag

Der zwölfte Prozess fand am 12. November 2020 unter Richter Marc Oser statt.

Informationen folgen.

11. Prozesstag

Der elfte Prozess fand am 26. Oktober 2020 vor einem Dreiergericht unter der Richterin Katharina Giovannone statt.

Die Forderung der Staatsanwaltschaft betrug 27 Monate unbedingt.

Das Urteil: 12 Monate bedingt, auf 5 Jahre Bewährungszeit.

Die Kosten: mindestens 19'800.-

100.- Busse / 5300.- Verfahrenskosten / 6250.- Urteilsgebühr / 8150.- Verteidigung

Sonstiges: Die Staatsanwaltschaft geht in Berufung, die Verteidigung folgt

Communiqué nach dem Prozess: Facebook-Post von «Basel Nazifrei»: Communiqué

Prozesserklärung des Angeklagten: Facebook-Post von «Basel Nazifrei»: Erklärung vor Gericht

10. Prozesstag

Der zehnte Prozess fand am 21. Oktober 2020 vor einem Dreiergericht statt.

Der Angeklagte ist nicht im Besitz eines Schweizer Pass.

Die Forderung der Staatsanwaltschaft betrug 17 Monate bedingt und 5 Jahre Landesverweis.

Das Urteil: 9 Monate bedingt, kein Landesverweis

Die Kosten: 8835.-

Kommentar nach Prozess: Instagramm-Post von «Basel Nazifrei»: Kommentar zu den neusten Prozessen und Facebook-Post von «Basel Nazifrei»: Kommentar zu den neusten Prozessen

9. Prozesstag

Der neunte Prozess fand am 16. Oktober 2020 vor einem Dreiergericht unter der Richterin Sarah Cruz Wenger statt.

Urteil: 9 Monate auf Bewährung

Weitere Informationen folgen.

8. Prozesstag

Der achte Prozess fand am 15. Oktober 2020 statt.

Die Forderung der Staatsanwaltschaft betrug 10.5 Monate bedingt

Das Urteil: 7 Monate Freiheitsstrafe bedingt, auf 2 Jahre Bewährungszeit

Die Kosten: mindestens 4870.-

7. Prozesstag

Der siebte Prozess fand am 14. Oktober 2020 statt unter der Richterin Katharina Giovannone statt.

Die Forderung der Staatsanwaltschaft betrug 8 Monate bedingt.

Auch diese Person wurde in 2 von 4 Anklagepunkten freigesprochen, das Urteil erfolgte auf dem Schuldspruch von Landfriedensbruch und einfache qualifizierte Gewalt und Drohung gegen Beamte.

Das Urteil: 7 Monate Freiheitsstrafe bedingt, auf 2 Jahre Bewährungszeit

Die Kosten: mindestens 4100.-

300.- Busse / 2500.- Verfahrenskosten / 1300.- Urteilsgebühr / Anwaltskosten ausstehend

6. Prozesstag

Der sechste Prozess fand am 21. September 2020 unter dem Richter Rene Ernst statt.

Die Forderung der Staatsanwaltschaft betrug 12 Monate unbedingt.

Die Person wurde "nur" in 3 von 5 Anklagepunkten verurteilt, namentlich für Landfriedensbruch, Verstoss gegen das Vermummungsverbot und passive (!) mehrfach qualifizierte Gewalt und Drohung gegen Beamte und Behörden. Die Person ist nicht vorbestraft.

Das Urteil: 8 Monate unbedingt. Die Begründung des Gerichtspräsidenten: Die Person sei eine "Gesinnungstäteterin". Das Urteil von 8 Monaten unbedingt hätte formell auch auf bedingte Freiheitsstrafe lauten können, sagte der Gerichtspräsident zum Schluss der Urteilbegründung. Allerdings habe die Angeklagte durch ihr Statement vor Gericht klar gemacht, dass sie aus Überzeugung an der antifaschistischen Demonstration teilgenommen habe.

Die Kosten: unbekannt. Urteil wird weitergezogen.

Communiqué nach dem Prozess: Facebook-Post von «Basel Nazifrei»: Communiqué

Mehr darüber in der Presse

Prozesserklärung der Angeklagten: Facebook-Post von «Basel Nazifrei»: Politisches Plädoyer der Angeklagten

5. Prozesstag

Der fünfte Prozess fand am 10. September 2020 unter dem Richter Dominik Kiener statt.

Die Forderung der Staatsanwaltschaft betrug eine unbedingte Geldstrafe von 4'500.- plus 500.- Busse.

Die Anklagepunkte waren auch in diesem Prozess, dessen Forderung im Verhältnis zu den anderen fast "gering" erscheint, im grössten Teil dieselben: Von Landfriedensbruch über Teilnahme an einer unbewilligten Demonstration und Verstoss gegen das Vermummungsverbot bis zu passiver Teilnahme an (mehrfach qualifizierter) Gewalt und Drohung gegen Beamte und Behörden. Vom letzten Punkt wurde die Person mehrheitlich freigesprochen.

Das Urteil: 2'700.- Chf bedingte Geldstrafe, auf 2 Jahre Probezeit

Die Kosten: mindestens 4'200.-

200.- Busse / 1060.- reduzierte Verfahrenskosten / 300.- Urteilsgebühr / Anwaltskosten ausstehend

4. Prozesstag

Der vierte Prozess fand am 5. August 2020 unter der Richterin Katharina Giovannone statt.

Die Forderung der Staatsanwaltschaft betrug 11 Monate bedingt auf 2 Jahre Bewährung.

Die angeklagte Person wurde in zwei von vier Anklagepunkten freigesprochen. Teilnahme an einer unbewilligten Demonstration und versuchte qualifizierte Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand. Für Landfriedensbruch wurde sie dennoch zu 2 Monaten (gefordert waren 3) verurteilt. Die restlichen 5 Monate des Urteils wurden mit dem Punkt "mehrfach qualifizierte Gewalt und Drohung gegen Beamte" begründet.

Das Urteil: 7 Monate Freiheitsstrafe bedingt, auf 2 Jahre Bewährungszeit. Die Staatsanwalt hat Berufung angemeldet.

Facebook-Post von «Basel Nazifrei»: Halbvolle Bierdose

Die Kosten: mindestens 3700.-

300.- Busse / 2320.- Verfahrenskosten / 800.- Urteilsgebühr / Anwaltskosten ausstehend

3. Prozesstag

Der dritte Prozess fand am 23. Juli 2020 unter dem Richter Lucius Hagemann statt.

Die Forderung der Staatsanwaltschaft betrug 8 Monate bedingt auf 4 Jahre Bewährung.

Das Urteil: 6 Monate Freiheitsstrafe bedingt, auf 5 Jahre Bewährungszeit

Die Kosten: Unbekannt

2. Prozesstag

Der zweite Prozess fand am 17. Juli 2020 unter der Richterin Sarah Cruz-Wenger statt.

Die Forderung der Staatsanwaltschaft betrug 12 Monate bedingt auf 2 Jahre Bewährung.

Neben den üblichen Punkten des Landfriedensbruchs und der Teilnahme an einer unbewilligten Demonstration war auch die «versuchte einfache Körperverletzung» (wegen dem Wurf einer Bierdose) sowie die «passive Teilnahme an Gewalt und Drohung gegen Beamte» (siehe Text oben) in der Anklage enthalten.

Das Urteil: 180 Tagessätze à 140.- , bedingt auf 2 Jahre*

Die Kosten: Insgesamt ca. 28'400.-

200.- Busse / ca. 3000.- Gerichtskosten / 180 Tagessätze à 140.- / Anwaltskosten ausstehend

* Freispruch von der einfachen Körperverletzung (Bierdosenwurf)


1. Prozesstag

Der erste Prozess fand am 7. Juli 2020 unter dem Richter Marc Oser statt.

Die Forderung der Staatsanwaltschaft betrug 8 Monate bedingt.

Für den Anklagepunkt des Landfriedensbruches, weil die Demonstration unbewilligt war, wurden 3 Monate eingefordert. 1 Monat zusätzlich wegen einer Vorstrafe. Nochmals 1 Monat weil sich die Person an vorderer Stelle in der Demonstration aufhielt. Und nochmals 1 Monat obendrauf für «Keine Einsicht oder Reue»

Das Urteil: 7 Monate Freiheitsstrafe bedingt, auf 4 Jahre Bewährungszeit, plus 120 Tagessätze à 30.- Chf

Die Kosten: mindestens 8100.-

200.- Busse / 3500.- Verfahrensgebühr / 800.- Urteilsgebühr / Zusätzlich 120 Tagessätze à 30.- (Widerruf einer Vorstrafe) / Anwaltskosten ausstehend

Zu Marc Oser: Facebook-Post von «Basel Nazifrei»: Marc Oser und BaZ Online: «Nachfolger von Wilhelm Tell» vom Rassismusvorwurf freigesprochen

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