CHF 500'000 sammeln und gerecht verteilen

500k hat sich zum Ziel gesetzt, so viel Geld für die Unterstützung der Angeklagten wie möglich zu sammeln. Einige Fragen drängen sich auf:

Warum 500'000.00 CHF?

Die insgesamt 40 Angeklagten werden unterschiedlicher Vergehen wegen Ihrer Teilnahme an den Gegenprotesten zur PNOS Demonstration angeklagt. In der Regel muss mit einem Betrag von mindestens 10'000.00 CHF gerechnet werden, auch wenn es lediglich zu einer Busse kommt (Anwaltskosten, Untersuchungskosten, Gerichtskosten). Es kann jederzeit notwendig sein, das Urteil des Gerichtes an eine höhere Instanz weiterzuziehen. Da einige Angeklagte zudem noch ausländerrechtliche Verfahren zu befürchten haben, steigen die Kosten in die Höhe. Klar ist die Zahl auch symbolisch, gemeinsam schaffen wir die halbe Million. Sie ist aber keineswegs aus der Luft gegriffen und in Anbetracht der bisher gefällten Urteile wohl immer noch zu tief.

Wie erhalten die Betroffenen ihr Geld?

Betroffene werden gebeten, sich über die Mailadresse finanzen@500k.ch zu melden.

Wie wird entschieden, wer wie viel Geld erhält?

Es wurde eine Berechnungsgrundlage erstellt, aufgrund derer alle Angeklagten je nach Betrag der insgesamt gesammelten Spenden etwas erhalten. Die Verteilung soll absolut solidarisch sein, sodass alle gleich viel selbst bezahlen müssen. Egal ob die Strafe 10 oder 20k sein wird. Vergleichbar ist das mit dem Selbstbehalt bei der Krankenkasse - wir übernehmen bei allen soviel wir können (dank Eurer Hilfe). Was nicht durch 500k.ch übernommen werden kann, bezahlen alle selbst. Der Betrag, den alle selbst bezahlen müssen, wird aber bei allen derselbe sein.

Dafür haben wir uns entschieden, um möglichst neutral entscheiden zu können, wer wie viel erhält und um keinerlei Verdacht aufkommen zu lassen, dass sich gewisse Menschen selbst einen Vorteil verschaffen. Dies ist unserer Meinung nach bei einer solch gross angelegten Sammelaktion für die Unterstützung von Zivilcourage ein absolutes Muss.

Ich verstehe es immer noch nicht. Könnt ihr ein Beispiel machen?

Klar.

Gehen wir von 40 Betroffenen aus.
Nehmen wir an, dass wir das Kampagnen-Ziel von CHF 500'000 erreichen.
Nehmen wir zudem an, dass sich das Total aller Kosten (Gerichtskosten, Anwaltskosten etc.) aller Angeklagten jedoch auf CHF 600'000 beläuft.

Die Differenz zwischen den Kosten und den Einnahmen wären somit 600'000 - 500'000 = CHF 100'000.
Diese Differenz wird nun durch die Anzahl Betroffenen geteilt, was den Selbstbehalt ergibt, in diesem Beispiel also CHF 100'000 : 40 Pers. = CHF 2500 pro Person.
Das wäre der Betrag, den alle Betroffenen selber bezahlen müssten, unabhängig ihres Strafmasses.

Eine Person, die also "nur" CHF 3000 Kosten hätte, müsste CHF 2500 selber bezahlen, die restlichen CHF 500 kämen von der Kampagne.
Eine Person, die Kosten von CHF 20'000 hätte, müsste auch CHF 2500 selber bezahlen, die restlichen CHF 17'500 kämen von der Kampagne.

Einige werden bereits jetzt verurteilt, ihr wisst aber noch gar nicht wie viel Geld ihr schlussendlich sammeln werdet. Wie geht ihr damit um?

Das ist in der Tat eine schwierige Frage, wir haben uns darum fixe Zeitpunkte vordefiniert, an denen eine Hochrechnung aufgrund der bisher eingegangenen Unterstützung sowie der bisher bereits durch das Gericht gesprochenen Kosten gemacht wird. Dabei wird auch berücksichtigt, welche Angeklagten sich in einer absoluten finanziellen Notlage befinden und ein Aufschub der Zahlungen an die Gerichte nicht möglich ist. Zudem unterstützen wir alle Angeklagten indem wir sie bezüglich Fragen zu Finanzen beraten.


Bei weiteren Fragen zum Thema Verteilung der Spenden wende Dich doch einfach an finanzen@500k.ch.

Titel photo by Fabian Blank on Unsplash

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